Schach-Humor

Abendessen mit Kasparov

Ich hatte ein Abendessen mit Garry Kasparov. Das Problem war das karierte Tischtuch. So dauerte es zwei Stunden, um ihm das Salz zu reichen.

Schönheitspreis

Ein Schachspieler bekam den Preis für die beste Partie des Turniers und gab ein Telegramm nach Hause auf, in dem er stolz verkündete, er habe den Schönheitspreis gewonnen. Das Mädchen am Schalter betrachtete ihn leicht erstaunt und meinte, als er gegangen war zu ihrer Kollegin: "Da möchte ich wissen, wie erst die anderen ausgesehen haben!" 

Himmlisch

Ein Schachmeister starb. Nach ein paar Tagen meldet er sich aus dem Jenseits bei einem seiner Freunde.
"Wie ist es, wo bist du jetzt?", will dieser wissen.
"Was willst du zuerst hören, die gute oder die schlechte Nachricht?"
"Sag mir die gute Nachricht zuerst."
"Nun, es ist wirklich himmlisch hier. Ständig gibt es Turniere und Blitzrunden. Morphy, Aljechin, Lasker, Tal, Capablanca, Botwinnik, sie alle sind hier und du kannst gegen sie spielen."
"Fantastisch!", meint der Freund. "Und was ist die schlechte Nachricht?"
"Du hast am Samstag Schwarz gegen Capablanca."

Kluger Hund

"Mein Cockerspaniel spielt mit mir Schach."
"Da muss er aber sehr klug sein!"
"Nicht so besonders. Bisher habe ich die meisten Partien gewonnen!" 

In Zeitnot

von: Anton Petzold
aus: Polygamie auf dem Schachbrett von Gunter Müller
Schachverlag Manfred Mädler, Düsseldorf, 1981

 

Das war im Restaurant "Modern"

am Tisch im Seitengange,
da spielten Schach zwei junge Herrn,

sie spielten gut und lange.

War eine Stunde um im Flug,

tat einer manchmal einen Zug,
denn jedliche Bewegung

im Schach braucht Überlegung.

Die Schar der Gäste ging nach Haus beim Schall der Mittnachtsglocken.
Der Gastwirt dreht die Lichter aus, die Spieler blieben hocken.

Bei einem Streichholz spielten sie an ihrer langen Schachpartie.
So alle zwei, drei Stunden, ein Zug hat stattgefunden.

Sie spielten Tag um Tag fürwahr, schon kam das Wochenende.
Der Mond verfloß, es schwand das Jahr, das Spiel ging nicht zu Ende.

Sie sagten nichts, sie sprachen nichts, nur manchmal blassen Angesichts
sie nach dem Kellner forschten, damit sie nicht verdorschten.

Ihr Haar war weiß, dann fiel es aus, die Zähne sah man scheiden.
Großväter wurden sie zu Haus, doch wußten's nicht die beiden.

Das Ohr ward taub, das Aug' ward schwach, Und manchmal schrie der eine "Schach!",
dann zog der andre Streiter, und die Partie ging weiter.

Es traf sie eines Tags der Schlag, von hohem Alter wegen.
Gott nahm den einen in Beschlag, der Satan den Kollegen.

Ein Engel fliegt hinab, hinauf, dem tragen sie die Züge auf,
die sie sich ausgesonnen in Qualen und in Wonnen.

Und Gott, der ew'ge Langmut hat, er spricht mit guter Laune:
"Wenn diese Schachpartie einst matt, dann, Engel, blas Posaune!

Dann, Petrus, naht der jüngste Tag! Wann glaubst Du, daß er kommen mag?"
Sankt Petrus sprach mit Beben: "Glaub' nicht, daß wir's erleben!"

Abstimmung

Huber, der Oberkiebitz, verrenkt sich den Hals und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Einige Tage später bekommt er vom Verein ein Telegramm: "Gute Genesungswünsche. Deine Mannschaftskameraden - mit 4 zu 4 Stimmen, aber bei besserer Berliner Wertung."